10 Tipps um sich gegen die Gefahr von Mietnomaden zu schützen!

Gute und vertrauenswürdige Mieter zu finden ist nicht einfach! Wir helfen Ihnen Fehler bei der Vermietung Ihrer Immobilie zu verhindern. Beachten Sie die 10 folgenden Tipps bei der Auswahl und Suche eines Mieters für Ihre Immobilie und verhindern Sie die gängigsten Fehler.

Was sind denn überhaupt Mietnomaden?

„Mietnomaden“ sind Personen die von einer Mietwohnung in die nächste ziehen und dem jeweiligen Vermieter hohe Mietschulden und Schäden hinterlassen. Vermietern bleibt oft eine heruntergekommene Wohnung zurück, die nur durch hohe Kosten wieder instandgesetzt werden kann. Als Immobilienmakler hören wir von diesem Problem immer wieder. Als Vermieter raten wir Ihnen Mieter mit bedacht zu wählen und diesen bei persönlichen Gesprächen sowie durch Papiere z.B ein Zeugnis eines Vorvermieters zu prüfen.

Der Begriff „Mietnomade“ ist eine Anspielung auf die Lebensweise der Nomaden. Völker die immer weiter wandern und nicht sesshaft werden.

Mietnomaden handeln zum Nachteil des Vermieters mit betrügerischer Absicht. In Deutschland beträgt der Schaden für Vermieter durch Mietnomaden schnell mal 10.000 € oder mehr. Nach deutschem Recht hat der Vermieter das Steuer noch selbst in der Hand, solange der Mietvertrag gilt. Nachdem dieser beendet ist, ist der Vermieter auf das Verfahren der Justiz angewiesen und diese können sich über mehrere Jahre erstrecken.

Seien Sie also bei der Wahl eines potentiellen Mieters durchaus sehr kritisch und Vorsichtig. Wie in vielen Lebenssituationen ist Fingerspitzengefühl und einen gute Menschenkenntnis angebracht. Der Großteil der potentiellen Mieter ist nämlich seriös. Die Zahl der Mietnomaden ist zudem zurückgegangen und betrug in den letzten Jahren ca. 200 Fälle. „Generalverdacht“ gegenüber Interessenten ist deshalb nicht notwenig. Trotzdem ist große Vorsicht angesagt!

Wie lässt sich ein Mietnomade erkennen?

Ein Mietnomade lässt sich nur sehr schwer vor dem Einzug erkennen. Nehmen Sie potentielle Mieter Ihrer Immobilie gründlich unter die Lupe und beachten Sie unsere 10 Tipps.

Ein klassischer Mietnomade ist in der Regel kein „Bedürftiger“, sondern tritt meist solvent und gut gekleidet auf, fährt oft ein schickes und großes Auto und interessiert sich für schöne Immobilien.

Lassen Sie sich also nicht von Äußerlichkeiten blenden! Fragen Sie vor Vertragsabschluss nach der Schufa oder einem vergleichbaren Nachweis. Bei Verdacht oder einem schlechten Bauchgefühl darf auch gerne der vorherige Vermieter kontaktiert werden. Wenn der potentielle Mieter dies ablehnt, sollte man misstrauisch werden.

Wie werde ich als Vermieter einen Mietnomaden wieder los?

Wenn zu Beginn des Mietverhältnisses der Mieter seinen Zahlungspflichten grundlos nicht nach kommt und sich herausstellt, dass dies auch schon bei der Miete der vorherigen Immobilien des Mieters auftrat, ist ein Strafanzeige wegen so genanntem „Eingehungsbetrug“ möglich.

Vorfälle wie Sachbeschädigung sollten Sie als Vermieter auch nicht auf sich sitzen lassen und damit direkt zur Polizei, um eine Anzeige zu erstatten. Ich als Immobilienmakler empfehle Ihnen, bei Auffälligkeiten direkt zu handeln.

TIPP 1

Werbung und Marketing

Die Wichtigkeit der Werbung für eine Immobilie wird oft unterschätzt! Immobilienmakler geben den Tipp: Nur wenn Sie eine gewisse Anzahl an potentiellen Mietern haben, haben Sie die Möglichkeit Mieter zu vergleichen um eventuelle Risikokandidaten zu erkennen.

Wenn nur einer oder wenige Bewerber zu Verfügung sind, ist man als Vermieter oft geneigt die Immobilie an einen Mieter zu vermieten, bei dem man ein schlechtes Bauchgefühl hat.

Verlassen Sie sich nicht auf eine einzelne Empfehlung eines Vermieters oder auf einen Interessenten, der zufällig von der freien Immobilie gehört hat.

Wer in verschieden Zeitungen und vor allem bei verschieden Online-Portalen wirbt muss eventuell etwas Geld investieren, gewinnt dadurch jedoch einen viel bessere Auswahl und Vergleichsmöglichkeit von Bewerbern für die Immobilie.

Ich empfehle Ihnen folgende Internetportale:

Immobilienscout24

Immonet

Immowelt

TIPP 2

Ihre Erreichbarkeit und Besichtigungsplan

Der Immobilienmarkt bietet Interessenten eine große Auswahl an Angeboten. Ein gut situierter Interessent wird nicht x-mal versuchen Sie zu erreichen, sondern wendet sich einem anderen Anbieter zu. Durch mangelnde Erreichbarkeit kann sich der Abschluss für das neue Mietverhältnis immer weiter hinauszögern und Sie verlieren an wertvollen Mieteinnahmen.

Für Besichtigungen gilt: Planen Sie ein feste Zeit ein, in der Sie den Mietinteressenten die Möglichkeit geben, Ihr Objekt ausreichend zu besichtigen. Vor allem sollten Sie sich Zeit nehmen, um den potentiellen Mietern alle Ihre Fragen zu beantworten.

 

Mein persönlicher Tipp:

Stellen Sie sicher, dass Sie für Interessenten Ihrer Immobilie erreichbar sind. Planen Sie genug Zeit für Besichtigungen ein.

TIPP 3

Die richtige Vorbereitung auf Interessenten

Häufig machen sich private Immobilienvermieter nicht viele Gedanken über den Prozess des Verkaufs der Immobilie, bevor sie das Haus oder die Wohnung auf den Markt bringen.

Bei der Immobilienvermittlung handelt es sich um Geschäfte mit einer enormen, finanziellen Tragweite. Ein Mietnomade kann hohe Kosten verursachen. Planen Sie die Vermietung detailliert. Holen Sie sich auch Hilfe von einem Immobilienmakler, falls Sie sich unsicher sind oder Fragen haben.

Bedenken Sie zudem:

Wem der Interessenten möchten Sie Ihre Adresse geben und zur Besichtigung in Ihr Zuhause lassen?

Stellen Sie gezielte Fragen, wie beispielsweise:

• Was ist der Grund für den Umzug?

• Ab wann möchte der potentielle Mieter einziehen?

• Kurzfristige Einzugstermine hinterfragen?

• Wie lange soll das Mietverhältnis voraussichtlich besten?

• Wie viele Personen wollen in das Mietobjekt einziehen?

• Wo arbeitet der Mietinteressent/in?

• Ist das Halten von Haustieren geplant?

 

Mein persönlicher Tipp:

Erstellen Sie vorab eine Checkliste mit den für Sie wichtigsten Fragen.

 

TIPP 4

Fragen Sie nach Referenzen und Belegen

Bestimmt fragen Sie sich: „Wie weit darf die Neugier eines Vermieters gehen?“

Die obligatorische Selbstauskunft ist selbstverständlich und vermittelt einen ersten Eindruck. Kann aber auch Tür und Tor für falsche Angaben liefern. Deshalb sollten Sie immer die Angaben hinterfragen und Belege einfordern.

Angaben zum Beispiel zu Arbeitgeber sowie Gehalt sollten Sie sich durch entsprechende Nachweise belegen lassen. Unerlässlich ist die Identitätsfeststellung der potenziellen Mieter. Lassen Sich sich von jedem Erwachsene der Ihre Immobilie mietet eine Selbstauskunft ausfüllen und prüfen Sie die Angaben zu Name, Adresse und Geburtsdatum anhand des Personalausweises und lassen Sie sich eine Kopie dessen geben.

 

Mein persönlicher Tipp:

Verlangen Sie eine Selbstauskunft. Überprüfen Sie die Identität und lassen Sie sich einzelne Angaben belegen.

 

TIPP 5

Vorheriges Mietverhältnis

Um einen guten Eindruck der Mieter zu bekommen, können Sie den derzeitigen oder vorherigen Mieter anrufen. Zum einen ist dies unter Umständen unangenehm, da er eventuell sein bisheriges Mietverhältnis noch gar nicht gekündigt hat. Zum anderen ist es fraglich, ob ein Vermieter, der Probleme mit einem bisherigen Mieter hat nicht eher daran interessiert ist, seine Probleme aus der Wohnung zu loben!

Ein sicheres Indiz für Probleme im derzeitigen Mietverhältnis bei einem Bewerber, sind Auffälligkeiten oder gar das Ausbleiben von Mietzahlung. Fragen Sie deshalb Ihren Bewerber nach Belegen für die letzte Mietzahlung.

 

Mein persönlicher Tipp:

Fragen Sie Ihren potentiellen Mieter nach einem Beleg für die letzten 3 Mietzahlungen seiner bisher gemieteten Immobilie.

 

TIPP 6

Risikovermeidung

Nach Deutschem Recht kann dem Mieter erst nach 2 Monaten in denen keine Miete bezahlt wurde bezahlt wurde, eine Kündigung ausgesprochen werden. Unter der Wahrung aller Fristen und durch die Überlastung der Amtsgerichte, dauert es oft bis zu neun Monaten, bis ein vollstreckbares Räumungsurteil ergeht. Meistens vergehen noch weiter Monate bis der Gerichtsvollzieher mit der Vollstreckung beginnt.

Dazu kommt, dass der Vermieter die Kosten des Verfahrens und der Zwangsräumung, sowie den meist hohen Sanierungs- und Renovierungskosten tragen muss. Die Eintreibung dieser Kosten scheitert oft an der finanziellen Situation des Mietnomaden.

 

Mein persönlicher Tipp:

Verzichten Sie bei Zweifeln auf die Vermietung Ihrer Immobilie. Akzeptieren Sie einen kurzen Leerstand, bevor Sie langwierige und kostspielige Mahn- und Gerichtsverfahren in Kauf nehmen.

 

TIPP 7

Rechtsgültiger, aktueller Mietvertrag und gesamtschuldnerische Haftung

Oft werden sehr alte, schon vorhandenen Mietverträge kopiert und wieder verwendet. Da die Rechtssprechung im Bereich der Vermietung sich mehrmals im Jahr ändert, läuft man Gefahr unzureichende oder gar ungültige Regelungen zu treffen. Richten Sie sich bei Fragen gerne an einen Immobilienmakler, der natürlich auf dem neusten Stand ist.

Falls es zu einem Streitfall kommt, ist es wichtig, die aktuell gültige Formulierung zu verwenden. Denn bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung kann sich der Vermieter grundsätzlich nur auf einen korrekt formulierten Vertrag berufen.

Achten Sie insbesondere darauf, dass alle Erwachsenen Mieter im Mietvertrag aufgeführt werden und gesamtschuldnerisch haften. Nehmen Sie Abstand, wenn der Mietvertrag auf erwachsene Kinder, Freunde oder Bekannte laufen soll.

Hinterfragen sie gründlich warum ein eventueller Partner nicht im Mietvertrag stehen soll. Im Fall einer plausiblen Erklärung sollten Sie trotzdem alle zukünftigen Bewohner einer gründlichen Prüfung unterziehen.

 

Mein persönlicher Tipp:

Verwenden Sie keine veralteten Mietverträge. Stellen Sie sicher das alle erwachsenen Mieter gesamtschuldnerisch für den Vertrag haften.

 

TIPP 8

Mietkaution

Ich empfehle Ihnen, mindestens eine Kaution in Höhe von 2, höchstens jedoch 3 Monatsmieten zu verlangen!

Eine bequeme und sichere Art der Kaution ist hierbei ein Kautionssparbuch. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie einen Abtretungsurkunde erhalten, ansonsten ist das Sparbuch für Sie gegebenenfalls wertlos.

Auch eine Kautionsbürgschaft bietet Ihnen ausreichend Sicherheit und dem Mieter Ihrer Immobilie etwas mehr finanziellen Spielraum.

Die Kaution sollten Sie spätestens bei der Schlüsselübergabe der Immobilie erhalten.

Der Mieter ist jedoch berechtigt die Kaution in drei Monatsraten zu bezahlen.

 

Mein persönlicher Tipp:

Verlangen Sie immer eine Kaution! Vereinbaren Sie die Kautionsübergabe bis spätestens zur Schlüsselübergabe.

 

TIPP 9

Haftpflichtversicherung

Der Mieter sollte Ihnen eine gültige Haftpflichtversicherung vorlegen können. Achten Sie darauf, das mit der Versicherung Mietschäden abgedeckt sind. Vor allem bei jüngeren Mietern ist teilweise aus Unsicherheit kein Versicherungsschutz vorhanden. Fordern Sie in einem solchen Fall den Abschluss und Nachweis einer entsprechenden Versicherung.

Nehmen Sie abstand von potentiellen Mietern, die keine Haftpflichtversicherung vorzeigen können. Es gibt keinen plausiblen Grund, keine Haftpflichtversicherung zu unterhalten oder abzuschließen!

 

Mein persönlicher Tipp:

Verzichten Sie auf Bewerber ohne Versicherungsschutz.

 

TIPP 10

Bonitätscheck

Sie werden einem Interessenten Ihrer Immobilie nicht ansehen, ob er Ihnen und Ihrer Immobilie schaden wird. Mietnomaden sind getarnt und lassen sich oft nicht von allen anderen Mietinteressenten unterscheiden.

Wenn Sie die Identität der potentiellen Mieter Ihrer Immobilie festgestellt haben, können Sie bei dem zuständigen öffentlichen Schuldnerverzeichnis Auskunft über eine eventuelle Insolvenz oder eine eidesstattliche Versicherung erhalten. Bedenken Sie hierbei jedoch, dass Sie immer nur für den entsprechenden Amtsbezirk Auskunft erhalten.

Sicherer ist eine aktuelle Schufa-Verbraucher-Auskunft, die der Mieter Ihrer Immobilie Vorlegen sollte. Aus dieser gehen bundesweite Negativeinträge hervor! Typischerweise werden Sie bei potentiellen Mietnomaden Einträge in verschiedenen Amtsbezirken finden.

Ein Negativeintrag im Schuldnerverzeichnis des potentiellen Mieters Ihrer Immobilie muss jedoch kein Ausschlusskriterium sein. Es gibt viele Auslöser wie Krankheit, Arbeitslosigkeit, Trennung uvm. Schlussendlich sollten Sie den Einzelfall betrachten.

 

Mein persönlicher Tipp:

Verlangen Sie eine aktuelle Schufa-Auskunft! Nehmen Sie Abstand bei nicht erwähnten Negativeinträgen!

 

Das Problem

In der Praxis treffen Sie im Verlauf Ihrer Vermietungsbemühungen auf potentielle Mieter, denen Sie eine grundsätzliche Sympathie und bereits einen gewissen Vertrauensvorschuss entgegenbringen.

In einer von Sympathie und Vertrauen geprägte Phase, seinem gegenüber indiskrete und teils intime Fragen zu stellen und gemachte Angaben per Nachweis zu überprüfen, fällt zu Recht schwer.

Die Lösung

Übertragen Sie diese unangenehme Aufgabe an einen unbeteiligten und neutralen dritten, der dies für Sie übernimmt.

Gerne übernimmt mein Team von BAUR-Immobilien oder ein anderer, der deutschlandweit vertretenen Makler diese Aufgabe für Sie.

Lesen Sie dazu, was ich im Artikel „Wie finde ich einen seriösen Makler, der sein Geld wert ist?“ schreibe.

Wir stellen jeden Kandidaten für Sie diskret und zuverlässig auf den Prüfstand.  Dieser wird eventuell vom Arbeitgeber unterstützt, ist in einer gehobenen Position angestellt oder hat keine Zeit, selbst nach einer Immobilie zu suchen.